Erfreuliche Bilanz zum Freischießen
Bei ihrer Hauptversammlung ziehen die Kronacher Schützen auch Bilanz zum Freischießen 2025. Und es gibt eine gute Nachricht hinsichtlich der Bierpreise in diesem Jahr.
Kronach Das Freischießen 2025, die Ehrung von erfolgreichen Sportschützen und langjährigen Mitgliedern waren die Schwerpunkte der Jahreshauptversammlung der Kronacher Schützengesellschaft.
„Das Freischießen 2025 war friedlich“, zog Erster Schützenmeister Jörg Schnitzler Resümee. Der Schützenauszug am ersten Festsonntag mit Tausenden von Zuschauern an den Straßenrändern sei ein voller Erfolg gewesen.
Jörg Schnitzler ging des Weiteren auf das Freischießen 2026 ein. Demnach bleibt der Bierpreis mit 11,20 Euro pro Liter gegenüber dem Vorjahr unverändert. Die alkoholfreien Getränke wird es für 3,50 Euro geben. Nicht mehr vertreten auf der Hofwiese wird die Flammerei aus Küps und das Grillhaus Grebner sein. Als Ersatz konnte „Hax´n Liebermann“ aus Nürnberg gewonnen werden. Auf dem Platz der Flammerei wird es einen Burgerstand geben. Zudem, so Schnitzler, wird auch ein Gurkenstand wieder vorhanden sein. Für die Bierprobe am 13. August 2026 im Schützenstadl können schon jetzt auf der Homepage der Schützen Reservierungen getätigt werden.
Dass die SG auch im Sportbereich viele Erfolge verzeichnen konnte, wurde an den Ausführungen des Zweiten Schützenmeisters Matthias Kümmet deutlich. Aktive Schützen glänzten in den verschiedenen Disziplinen auf oberfränkischer, bayerischer und deutscher Ebene. Evelin Kaiser wurde Deutsche Meisterin in der Disziplin Luftpistole Damen IV. Bei den Bayerischen Meisterschaften konnten 15 Podiumsplätze erreicht werden. Bei der vereinseigenen Abteilung der BDS/BBS-Gruppe Jochen Bauer konnten 47 Starts bei den Bayerischen Meisterschaften in verzeichnet werden. Dabei erreichten die SG-Schützen fünfmal Bronze, einmal Silber und mit Matthias Kümmet und Sebastian Geier zweimal Gold mit dem Titel Bayerischer Meister. Bei der Sportlerauszeichnung des Landkreises, so Kümmet, konnten vor wenigen Wochen 14 erfolgreiche Schützen ausgezeichnet werden.
Zufriedenstellend mit 373 Teilnehmern sei beim Freischießen das Preisschießen gewesen. Auch beim Sauschießen konnte eine gute Beteiligung verzeichnet werden. Allerdings bestehe bei den Vereinsmeisterschaften „noch Luft nach oben!“ Zehn Sportpistolenmannschaften hätten sich an Rundenwettkämpfen beteiligt. Erfreut äußerte sich Kümmet auch über die aktive Jugendarbeit im Verein. Dazu zählen neben Trainingseinheiten auch das Rosenmontags- und Helloweenschießen. Ira Steller hatte als Schatzmeisterin Premiere. Sie sprach von einem „zufrieden stellenden Jahresergebnis!“ Die Zahl der Mitglieder bei der SG Kronach bezifferte sie mit 829.
Sie wurden geehrt
Im Rahmen der Veranstaltung fanden auch Ehrungen langjähriger Mitglieder und Sportler statt. Das Ehrenzeichen der Schützen in Gold erhielten: Bernd und Jutta Korb. Beide sind 29 Jahre im Verein aktiv und organisieren seit 2012 den Kindertag. Diese Aufgaben werden Jens und Julia Kodalle übernehmen.
Mit dem Fahnenehrenzeichen in Silber wurden Felix Binder und Matthias Kohlmann ausgezeichnet. Die Gauehrennadel erhielten Angela Jungkunz und Michael Heim.
Geehrt wurden für 70 Jahre Mitgliedschaft: Wilhelm Pfaff, Dieter Scheidt, 65 Jahre: Rudolf Kodalle, Irmtraud Fischer, Annemarie Steller, 60 Jahre: Tino Vetter, Margot Barnickel, Michael Fehn, Georg Weber; 40 Jahre: Karl Dorsch, Michael Götz, Horst Hühnlein, Udo Müller. Thomas von Hayn, Thomas Kaiser, Johannes Fehn, Stefan Heim, Dirk Hubbert, Georg Pomajba, 25 Jahre: Frank Trapper, Andreas Weith, Bernhard Weith, Alois Fischer, Jürgen Bahn, Veronika Weber, Max Kümmet, Werner Martin, Raimund Meister, Stefan Mück.
Folgende Jungschützen wurden geehrt, die im Bezirksfinale des RWS-shooty-Cups erfolgreich waren: Gewehr: Johanna Kodalle, Leonie Heim. Pistole: Leonie Heim, Moritz Först (3. Platz), Pistolen-Paarung: Luana Förtsch, Maximilian Först (Gold). Beide werden den Bezirk auf Landesebene vertreten.
Letztendlich wurden in den Verwaltungsausschuss durch die SG bestimmt: Helmut Rauh, Gerd-Heinrich Grebner, Oliver Wiegand. Gewählt von der Versammlung wurden: Jochen Bauer, Chiara Mitter, Carsten Steller, Frank Trapper, Bernd Korb, Birgit Rittmann, und Christian Stützinger.
Grünes Licht für die neue Schießanlage
Eine Enthaltung gibt es dafür bei der Schützengesellschaft Kronach. Der Schützenmeister hält ein flammendes Plädoyer für das gesellschaftliche Engagement seines Vereins.
KronachMit nur einer Enthaltung gaben die Mitglieder der Schützengesellschaft Kronach am Donnerstagabend bei der Jahreshauptversammlung grünes Licht für den Bau einer multifunktionalen Raumschießanlage. Der Vorstandschaft kann mit bis zu 800.000 Euro diese rund 2,3 Millionen teure Anlage durch die Schützengesellschaft Kronach mitfinanzieren. Die Restsumme soll durch Förderungen aufgebracht werden.
Dazu zählen 550.000 Euro aus den Fraktionsinitiativen, 500.000 Euro an Zuschüssen durch die Stadt und eine finanzielle Zuwendung aus dem Förderprogramm für Sportstättenbau. Die Schützengesellschaft will ihren Eigenanteil mithilfe von Bausteinen, Spenden, Veranstaltungen und so weiter aufbringen. „Wir werden das stemmen“, so der Erste Schützenmeister Jörg Schnitzler.
Vor dem Beschluss sprach sich Jörg Schnitzler im voll besetzten Saal des Schützenhauses mit Leidenschaft für den Bau der neuen Schießanlage aus. Der beschlossene Zuschuss der Stadt in Höhe von 500.000 Euro habe in den letzten Wochen für viel Diskussionen gesorgt.
Der Verein werde in der Öffentlichkeit oft nur als Empfänger von Geldern wahrgenommen, die Realität sei eine andere. Die SG Kronach trage seit Jahrzehnten Kosten, die der gesamten Stadt und Allgemeinheit zugutekommen. In diesem Zusammenhang erwähnte er verschiedene Veranstaltungen auf der Hofwiese. Die gesamte Infrastruktur, vom Wasser bis zu Stromanschlüssen werde von der SG finanziert.
Hinzu komme der Saal, die voll ausgestattete Küche im Schützenhaus, die ebenfalls aus Vereinsmitteln finanziert sind. Es werden Büttenabende, Flohmärkte, Tanzveranstaltungen von Vereinen und Organisationen abgehalten. Und zudem dient die Hofwiese dem Katastrophenschutz. Ohne die SG stünde Kronach vor einer gewaltigen Infrastrukturlücke.
Das Freischießen sei das größte Fest im Landkreis und bringe auch Umsätze für die lokale Wirtschaft. Das Risiko trage jedoch die SG. Im vergangenen Jahr beliefen sich allein die Kosten für den Sicherheitsdienst auf 85.000 Euro.
Jörg Schnitzler wies darauf hin, dass die SG zwei Vorgespräche mit allen Fraktionen, der Bürgermeisterin und Abgeordneten im November 2025 und Januar 2026 geführt habe. Zudem gab es Ende Januar einen Besichtigungstermin.
Die in den letzten Wochen aufgeworfene Frage nach fehlenden Rücklagen des Vereins begründete Schnitzer mit der Sanierung der Säureharzdeponie. Jahrelang sei die SG dadurch finanziell gelähmt gewesen. Sämtliche Einnahmen flossen über Jahre hinweg direkt in diese Sanierung. Erst im vergangenen Jahr sei dem Verein, dank neuer Vereinbarungen mit der Regierung von Oberfranken und dem Einsatz von Landrat Klaus Löffler und MdL Jürgen Baumgärtner es möglich, überhaupt Rücklagen zu bilden.
Die Sanierung ist unumgänglich
Schnitzler wies weiter darauf hin, dass die Sanierung des Pistolenschießstandes unumgänglich sei, da die Betriebserlaubnis im Sommer 2029 auslaufe. Ohne Schießstand würden sich Mitglieder bei anderen Vereinen anmelden und dort höhere Beiträge zahlen. Die SG würde Mitglieder verlieren und somit auch die Basis für das ehrenamtlich organisierte Freischießen, das als größtes Volksfest in der Region gilt.
Schnitzler bedankte sich in diesem Zusammenhang für die Unterstützung eines neuen Schießstandes beim Landrat, bei MdL Jürgen Baumgärtner und Bernd Liebhardt.
Der Plan sieht nun vor, einen Neubau für Kurz- und Langwaffen anzulegen. Zudem beinhaltet dieser ein Schießkino mit sowie eine moderne Ausstattung in Bezug auf Entlüftung und Schallschutz.
Der detaillierte Plan soll in den nächsten Wochen fertiggestellt und dem Landratsamt vorgelegt werden. Wenn alles gut läuft, so Schnitzler, könne man nach dem Freischießen mit den Erdarbeiten und Rohbaumaßnahmen beginnen.
